Apps, die auf Facebook laufen, entwickeln, ist nicht immer eine Freude. Neben den großartigen Möglichkeiten Projekte direkte an die Menschen zu bringen, gibt es auch etliche Punkte die Schmerzen verursachen. Starke Schmerzen. Schlechte oder fehlende Dokumentation, willkürliches Verhalten oder versteckte Limits sind zwar extrem unangenehm, komplett hilflos ist man aber, wenn eine App gesperrt wird.
Vor 10 Tagen ist eine von mir mit entwickelte Facebook App gesperrt worden. Man bekommt ein Email, das man das Passwort seines Facebook Accounts reseten solle. Der App selber merkt man es vorerst nicht an, sie ist über die App-Url oder das Tab nach wie vor zu erreichen. Lediglich die API, oder ein Teil davon, kann nicht mehr verwendet werden, was bei sauberer Programmierung und dementsprechender Fehlerbehandlung kein Problem sein sollte. Facebook reagiert dann auf folgende Emailanfragen durchaus schnell. Dabei handelt es sich natürlich nicht um Minuten, aber immerhin nur um Stunden.
Auf unser Nachfragen wurden wir daraufhingewiesen, dass die App nicht von Facebook selber gesperrt wurde, sondern automatisch. Welche Mechanismen da wie greifen und welche Heuristiken verwendet werden ist unklar. Die Policy Verletzungen waren durchaus offensichtlich, dass sie rigoros durchgesetzt werden aber neu. Es ist auch durchaus denkbar, dass Dritte die App bei Facebook angeschwärzt haben.
Alles in Allem aber eine sehr unangenehme Geschichte, wenn man aber die technischen Möglichkeiten ausreizt und an die Grenze geht, ist eine Sperrung durchaus im bereich des Möglichen. Wenn man auf solchen Plattformen entwickelt, begibt man sich in eine Abhängigkeit die Ohnmächtig macht. Egal ob auf Twitter, Facebook oder für einen der App Stores, man legt sein Werk in die Hände von höheren Mächten und muss sich nach deren Spielregeln, die teils recht willkürlich angelegt und gehandhabt werden, richten. Dies reduziert sich nicht nur auf die Programmierung, wie man bei den Änderungen der Pages letzte Woche gesehen hat. Facebook entscheidet da plötzlich was für Fans relevant ist und was nicht.
Ein großer Faktor ist die Unklarheit. Facebook bietet zwar Policies an, allerdings sind diese nicht wirklich klar. Mehrdeutigkeiten scheinen Programm zu sein. Wie die Policies durchgesetzt werden ist ebenso unklar. Was erschwerend dazu kommt: Facebook ist nicht greifbar. Es bietet zwar mehrere Kanäle, doch dass die aus einem Forum, einem Kontaktformular und einem Bug-Tracking Tool bestehen sagt schon alles darüber aus.
Was ich daraus gelernt habe? Man ist in der Abhängigkeit von Facebook und muss sich dessen bewusst sein, vor allem wenn man die technischen Möglichkeiten ausloten will und in sich in Graubereichen bewegt. Die Polices alleine sind sicher kein Maßstab, um ein besseres Gefühl zu bekommen sollte Probleme anderer Entwickler im diesen Bereich aufmerksam beobachten werden.
Das klingt wirklich recht frustrierend aber ich hoffe durch den Artikel konntest du dir ein wenig Luft verschaffen. Ist auf jeden Fall sehr gut geworden.
Super Artikel! Spürte die selbe Frustration nach dem entwickeln einer PHP-Library für die unoffizielle Instagram-API. Die IP-Adresse meines Servers wurde einfach gesperrt.
Seit Instagram offiziell ausgewählte Entwickler mit ihrer neuen API arbeiten lässt, gibt es ein Anfrage-Formular. Frustrierend dabei ist wiederum, dass ich nie eine Antwort erhalten habe.
Viele Dinge scheinen da andere Wege als die hochoffiziellen übers Internet zu gehen.
Und wies scheint nicht nur bei Facebook, sondern zumindest auch bei Instagram.
Deshalb die Comeback Pläne ;)
Auf der anderen Seite sind es sicherlich auch nicht zu wenig Entwickler die was wollen.