Dass Twitter nicht das Selbe ist wie Facebook, dessen bin ich mir schon länger bewusst. Ihr sicher auch. Dass man aber trotzdem Unwissenden Twitter als “so ähnlich wie Facebook” erklärt, ist auch bekannt. Der Spruch “Auf Facebook sind die Menschen mit denen man zur Schule gegangen ist, auf Twitter jene mit denen man gern wäre.” setzt die Netzwerke zumindest auf funktionaler Eben gleich. Wie eindeutig die unterschiedlichen Paradigmen schon tief im Design verankert sind, begriff ich erst vor kurzem.
Der Unterschied zwischen Twitter und Facebook wurde mir zu diesem Ausmaß erst durch den Vergleich von der Facebook Places API mit jener von Foursquare klar. “Twitter – Facebook” und “Foursquare – Facebook Places”, das ist eine schlüssige Assoziation mit der man bei der Musterung sicher ein paar IQ-Punkte ergattern könnte. Der Unterschied: Auf Foursquare lässt es sich problemlos heraus finden wer an welchem Ort eingecheckt ist, die GraphAPI von Facebook zeigt einem standardmäßig aber nur die Freunde. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Facebook will bestehende Verbindungen zwischen Menschen stärken. Foursquare/Twitter will neue Verbindungen schaffen. Auf Twitter wird man mit “who to follow” empfohlen, bei Facebook sind es “Personen die Du vielleicht kennst”. Durch Pages zieht Facebook auch eine klare Zäsur zwischen Freunden und Marken, Vereinen usw…, bei Twitter existiert das nicht.
Reduziert man Facebook nur auf den Newsfeed, ist es von Gestaltung und Funktionalität mit Twitter vergleichbar. Trotzdem würde es sich anders entwickeln. Diese Tatsache zeigt wie groß das Feld der sozialen Netzwerke ist und wie unterschiedliche Communities gebaut werden können. Als Entwickler bleibt man also motiviert. Dreht man ein paar Mechanik-Schrauben ein Stückchen weiter, kann schon ein neues großartiges Netzwerk entstehen. Es gilt lediglich die richtige Anzahl der Umdrehungen zu finden.
Easy.
Der Schul-Vergleich ist ein netter auch wenn ich das immer ein wenig anders erkläre. Auf Facebook sind auf jeden Fall die Menschen, die man kennt, deren News-Feed einen aber nur bedingt interessiert (obwohl FB eindeutig einige Vorteile aufweist) während auf Twitter die Kontakte rein nach Interesse ausgewählt sind.
Bei mir ersetzt zweiteres beinahe komplett den RSS-Feed.
Gibt natürlich noch etliche weitere Facetten, ich denke die ergeben sich aber alle aus der zu Grunde liegenden Mechanik.
Ich denke Twitter geht auch weit über den RSS-Feed hinaus. Je nachdem wem man folgt. Ich lese trotzdem noch fleißig RSS.