Das App-Store Konzept verändert die Spielregeln

Mit dem 2007 erschienen iPhone und dem dazugehörigen App-Store hat sich unsere Welt stark verändert. Niemals war das Internet so allgegenwärtig wie heute. Es mag sowohl bei den Smartphones als auch für das App-Store Konzept andere Vorreiter gegeben haben, doch der gewichtete Beitrag von Apple ist unumstritten.

App-Store

App-Store

Die Auswirkung der Smartphoneverbreitung geht weit über das reine Internet hinaus. Durch die Einführung des iTunes- und App-Stores ist auch die Schwelle zu Software, die einfach und unkompliziert installiert werden kann auf ein Minimum gesunken. Das Ubuntu Software Center war sicher eine Inspiration für dieses Konzept. Auch Steam ist hier zu nennen. Mittlerweile haben nahezu alle Hersteller von Smartphone Betriebssystemen und neuerdings auch jene von Browsern übernommen.

Kaum einer dieser Stores kann aber einen ähnlichen Erfolg aufweisen wie der App-Store, aus dem ein oder anderen Grund. Deshalb ist auch verständlich, dass sich eine Vielzahl von jungen, aber auch etablierten Entwicklern auf diesen Markt gestürzt hat. Die Folge, der Durchschnittspreis für ein Programm liegt bei etwa 2,80 $. Der für Spiele sogar bei 1,11 $. Dieser niedrige Preis fördert natürlich die Verbreitung der Software. Trotzdem muss wesentlich mehr verkauft werden. Ein weiteres “Killerfeature” des App-Stores ist die Updatefunktion. Diese ermöglicht schnelles und unkompliziertes Updaten einer Software. Dadurch hat sich jetzt gerade bei Spielen ein gewisses Muster eingeschlichen. Die Hersteller, die oft mit alten Spieleschmieden nicht zu vergleichen sind (Größe, Struktur,…), entwickeln ein Konzept, stellen eine relativ unreife, mit nur wenigen Leveln ausgestatte Version in den App-Store und warten ab. Hat das Spiel Erfolg wird die Idee ausgeschlachtet. Neue Level (Cut the Rope), Season-Specials (Angry Birds), ausgereifteres Gameplay (Super Mega Worm), das alles wird bei entsprechendem Erfolg dazu gebaut. Ist das Spiel weniger erfolgreich, kann es durchaus sein, dass man auf einer halbfertigen, mit Ankündigungen versehenen Version eines Spieles sitzen bleibt (Guns’n'Glory).

Die vielen App Stores, die jetzt für jede erdenkliche Plattform und sogar innerhalb von Software (Browser) gebaut werden, sind für mich hinsichtlich Technologieentwicklung ein Rückschritt. War zuvor eine Bewegung in Richtung Plattform unabhängig und übergreifende Software zu spüren (Java, Flash,…) , geht der Trend jetzt in die andere Richtung. Jeder braut wieder irgendwo an seiner eigenen Suppe und eine Entscheidung für ein Gerät, geht über das reine Gerät weit hinaus. Auf der anderen Seite sind diese App-Stores eine großartige Quelle für neue, frische Spielideen, die ohne großen Aufwand und Verlustgefahr produziert, entwickelt und umgesetzt werden können.

Das zur selben Zeit ein Spielehersteller die Vermarktung auf traditionelle Weise mehr zelebriert den je ist eine andere Geschichte.

Wie seht ihr das?

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